Leggins

Leggins

Im Projekt FungalFibers des Innovationsraums BIOTEXFUTURE wird untersucht, wie Chitosan künftig erdölbasierte Garne in der Textilbranche ersetzen könnte. Als erster textiler Demonstrator wurde nun eine Leggins vorgestellt. 

DATEN & FAKTEN

Branche: 
Textilien 
 
Nachwachsender Rohstoff: 
Cellulose und Chitosan (aus Krabben oder Pilzen) 
 
Beteiligte Unternehmen: 
RWTH Aachen, TU Berlin, adidas AG, TVU Textilveredelungsunion GmbH, Spinnerei Lampertsmühle 
 
Bioökonomie-Faktor: 
Biobasiertes Chitosan als Rohstoffalternative für die Textilindustrie  
 
Status: 
Demonstrator

Biobasierte Leggins aus Chitosan
Schimmelpilz Aspergillus Mikroskopaufnahme

Die im Projekt FungalFibers vorgestellte Leggins ist ein textiler Demonstrator für eine neue Generation biobasierter Sportbekleidung. Im Zentrum des Projekts steht das Ziel, Chitosan künftig nicht mehr aus tierischen Quellen wie Krabbenschalen zu gewinnen, sondern aus Pilzbiomasse, insbesondere aus dem Schimmelpilz Aspergillus niger. Damit soll perspektivisch eine vegane, biobasierte und ressourcenschonende Chitosanquelle für textile Anwendungen erschlossen werden.

Die vorgestellte Leggings besteht aus Chitosan und Cellulose. Das Chitosan wird aus Chitin gewonnen, das derzeit noch aus Krabbenschalen stammt. Durch eine einfache chemische Umwandlung, der Deacetylierung von Chitin, entsteht Chitosan. Da eine vollständige Herstellung aus pilzbasiertem Chitosan derzeit noch nicht möglich ist, dienen Krabbenschalen aktuell als Chitinquelle. Das Produkt demonstriert dennoch, wie nachwachsende und biobasierte Rohstoffe perspektivisch in funktionaler Kleidung eingesetzt werden könnten.

Besonders interessant ist Chitosan, weil es biobasiert, ungiftig und biologisch abbaubar ist. Außerdem kann es antibakterielle Eigenschaften besitzen, die für körpernah getragene Textilien wie Sportbekleidung relevant sind. In Kombination mit Cellulose entsteht so ein Materialansatz, der Nachhaltigkeit, Funktionalität und Tragekomfort miteinander verbinden soll.

Biobasierte Fasern statt erdölbasierter Materialien

Perspektivisch könnten dadurch erdölbasierte Chemiefasern teilweise ersetzt und neue nachhaltige Wertschöpfungsketten in der Textilindustrie aufgebaut werden

Darüber hinaus eröffnet die Nutzung von Pilzbiomasse die Möglichkeit, industrielle Nebenströme oder gezielt erzeugte Biomasse höherwertig zu verwerten. Damit steht die Leggins beispielhaft für einen bioökonomischen Produktansatz, bei dem biologische Ressourcen, textile Funktionalität und Kreislaufgedanken zusammengeführt werden.

Entwickelt wird der Ansatz im Projekt FungalFibers innerhalb des Innovationsraums BIOTEXFUTURE. Beteiligt sind Partner aus Forschung und Industrie, darunter die RWTH Aachen, die Technische Universität Berlin, adidas AG, TVU Textilveredlungsunion GmbH und Spinnerei Lampertsmühle. Gemeinsam arbeiten sie daran, biobasierte Chitosanfasern für textile Anwendungen weiterzuentwickeln.

Marktreife

Die gezeigte Leggins liegt als Demonstrator vor und ist grundsätzlich industriell herstellbar.