Dünger aus Hanfschäben

Dünger aus Hanfschäben

Das Projekt HanAkku entwickelt ein biobasiertes und biologisch abbaubares Düngemittel aus Hanfschäben. Es soll Pflanzen bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgen, Überdüngung vermeiden und nach der Nährstoffabgabe als Wasserspeicher im Boden dienen.

DATEN & FAKTEN

Branche: 
Landwirtschaft
 
Nachwachsender Rohstoff: 
Hanf
 
Beteiligte Unternehmen: 
Fraunhofer IGB
 
Bioökonomie-Faktor: 
Düngesystem auf der Basis von Hanfschäben als Alternative zu konventionellen Mineraldüngern
 
Status: 
in Entwicklung

Hanfschäben als Düngemittel
Hanf Blatt

Hanfschäben als Nährstoffspeicher

Grundlage von HanAkku sind Hanfschäben, das holzige Innere des Nutzhanfstängels. Sie fallen in Hanffaserfabriken bislang als Abfallprodukt an und werden nur eingeschränkt als Tierstreu genutzt. Aufgrund ihrer porösen Struktur können sie etwa das Vierfache ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen.

Für das Düngemittel ermitteln die Forschenden des Fraunhofer IGB zunächst, welche Nährstoffe eine bestimmte Pflanzenart benötigt. Anschließend lösen sie diese mithilfe sogenannter Deep Eutectic Solvents, kurz DES. Dabei handelt es sich um Lösungsmittel, die durch das Mischen bestimmter Feststoffe entstehen und sich bereits bei moderater Erwärmung verflüssigen. Mit dieser Nährstofflösung werden anschließend die Hanfschäben beladen.

Nährstoffe nach Bedarf

Im Boden geben die Hanfschäben die aufgenommenen Nährstoffe kontrolliert ab. Auf diese Weise sollen Pflanzen ausschließlich die notwendigen Nährstoffe und davon nur die tatsächlich benötigten Mengen erhalten.

Nach der Freisetzung der Nährstoffe kann die poröse Struktur der Hanfschäben Wasser speichern, was insbesondere während Trockenperioden von Vorteil sein kann. Anschließend zersetzt sich das Düngemittel und trägt zur Humusbildung bei. HanAkku soll damit eine biologisch abbaubare Alternative zu herkömmlichen Langzeitdüngern bieten, bei denen Mikroplastik und andere schädliche Abbauprodukte im Boden verbleiben können.

Marktreife

Mit dem neuen Düngemittel konnten bereits erfolgreich Paprikapflanzen gezogen werden. Das Forschungsteam arbeitet derzeit an der finalen Rezeptur, um die Nährstoffe möglichst langsam und kontrolliert freizusetzen, und strebt einen Transfer in die Landwirtschaft und den Gartenbau an.