Weltweit erste Komplettanlage verwandelt grünes Methanol in Flugkraftstoff

Weltweit erste Komplettanlage verwandelt grünes Methanol in Flugkraftstoff

Am Schweizer Paul Scherrer Institut ist die weltweit erste Komplettanlage für grünen Flugkraftstoff aus Methanol an den Start gegangen. Sie soll demonstrieren, ob ihr neu entwickeltes „Aerobrew“-Verfahren auch im größeren Maßstab funktioniert.

Luftaufnahme der aerobrew-Demonstrationsanlage am Paul Scherrer Institut in Villigen mit angrenzenden Institutsgebäuden und der Aare.
Die aerobrew-Demonstrationsanlage am Paul Scherrer Institut vereint erstmals alle Prozessschritte vom grünen Methanol zum synthetischen Flugkraftstoff unter einem Dach.

Der Name „aerobrew“ ließe sich frei mit „Luftfahrtgebräu“ übersetzen. Dahinter steckt ein neues Verfahren, das vom Paul Scherrer Institut (PSI) gemeinsam mit dem Zürcher Unternehmen Metafuels entwickelt und patentiert wurde. Nun bekam diese Technologie im Schweizer Villigen ihre eigene Brauerei – pardon: Demonstrationsanlage, in der grünes Methanol in synthetischen Flugkraftstoff umgewandelt wird.

Nach Angaben des PSI ist es weltweit die erste Anlage, die alle Schritte vom grünen Methanol bis zum fertigen Flugkraftstoff unter einem Dach vereint. Als Ausgangsstoff dient grünes Methanol, das auf Wasserstoff und CO₂ aus biologischen Quellen oder der Luft basiert. Zunächst sollen in der Anlage nur 50 Liter pro Tag produziert werden. Vor allem soll sie jedoch zeigen, ob das im Labor erprobte „aerobrew“-Verfahren zuverlässig funktioniert und sich für eine spätere industrielle Produktion weiter vergrößern lässt.

Forschung unter Zeitdruck

Viel Zeit für den Schritt vom Versuch zur Großanlage bleibt nicht. Die Schweiz hat die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation übernommen; seit 2026 gelten daher die Vorgaben darin auch für die Flughäfen Zürich und Genf. 2030 müssen demnach synthetische Flugkraftstoffe im Schnitt 1,2 Prozent des von der Verordnung erfassten Flughäfen bereitgestellten Flugkraftstoffs  ausmachen.

Zur Größeneinordnung: In der Schweiz wurden 2025 grob 2,3 Milliarden Liter Flugtreibstoff verbraucht. Ginge man für 2030 von einem ähnlich hohen Verbrauch aus, entsprächen 1,2 Prozent etwa 28 Millionen Liter synthetischen Flugkraftstoff.

Metafuels arbeitet bereits an größeren Anlagen. Im Hafen von Rotterdam sollen ab 2028 umgerechnet rund 12.500 Liter „aerobrew“-Flugkraftstoff pro Tag entstehen. Für 2031 ist eine Anlage mit umgerechnet rund 125.000 Litern täglich geplant.

js