In Schwedt entsteht eine Anlage für Papierfasern aus Getreidestroh

In Schwedt entsteht eine Anlage für Papierfasern aus Getreidestroh

OutNature und LEIPA haben mit dem Aufbau einer Anlage begonnen, die jährlich rund 7.000 Tonnen Strohfasern für Verpackungspapiere liefern soll. Der Produktionsstart ist für 2027 geplant.

Rollen von Wellpappe
Wellpappe besteht aus mehreren Papierschichten. In dem neuen Material von LEIPA und OutNature sollen Strohfasern einen Teil der bisher benötigten Frischfasern ersetzen.

Getreidestroh soll in Schwedt künftig für den Einsatz in Recyclingpapier aufbereitet werden. Auf dem Werksgelände des Papierherstellers LEIPA hat OutNature mit dem Aufbau einer neuen Strohfaseranlage begonnen. Die Schlüsselübergabe für eine zuvor instand gesetzte Bestandshalle erfolgte am 22. Juli 2026. Nach der geplanten Inbetriebnahme gegen Ende des ersten Quartals 2027 soll die Anlage jährlich rund 7.000 Tonnen Strohfasern produzieren.

Strohfasern ergänzen Altpapier

Als Rohstoff dient Getreidestroh, das bei der Ernte als landwirtschaftliches Nebenprodukt anfällt. Für seine Bereitstellung müssen daher keine zusätzlichen Anbauflächen geschaffen werden. Die Fasern sollen bei LEIPA mit Altpapier kombiniert werden. Am Standort Schwedt verarbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits mehr als eine Million Tonnen Altpapier pro Jahr zu Papieren für Verpackungen und grafische Anwendungen

Das Kernstück der neuen Anlage ist ein BioTrac-System des finnischen Anlagenbauers Valmet. Dabei wird das Stroh mit Dampf und Druck vorbehandelt, um die feste Struktur des Pflanzenmaterials für die weitere Verarbeitung aufzuschließen. Nach Angaben der Projektpartner weisen die gewonnenen Strohfasern eine höhere Festigkeit als herkömmliche Altpapierfasern auf. Sie sollen deshalb helfen, die Qualität von Recyclingpapier zu stabilisieren und den Einsatz von Frischholzfasern zu verringern.

Erstes Verpackungspapier ab 2027

Das gemeinsam entwickelte Papier trägt den Namen LEIPA Synergy. Es soll aus Recycling- und Strohfasern bestehen und vor allem für Wellpappenverpackungen sowie für Aufsteller zur Warenpräsentation im Handel eingesetzt werden. Als erstes Produkt planen die Partner eine Alternative zu Kraftliner-Papieren. Diese Papiersorten bilden belastbare Außenschichten von Wellpappe und werden überwiegend aus frischen Holzfasern hergestellt. Das erste marktfähige Papier soll im zweiten Quartal 2027 folgen.

Mit dem neuen Absatzweg erhält Getreidestroh eine zusätzliche stoffliche Nutzung. Zugleich entsteht in Nordostdeutschland eine regionale Wertschöpfungskette zwischen Landwirtschaft, Faseraufbereitung und Papierindustrie. Damit soll ab 2027 eine weitere regionale Faserquelle für die Herstellung von Verpackungspapieren verfügbar werden.

ag