Report erwartet starkes Wachstum biobasierter Polymere bis 2030
Ein neuer Kurzreport des nova-Instituts zeigt, wie schnell biobasierte Bausteine und Polymere bis 2030 wachsen könnten. Er ordnet Kapazitäten, Produktion und Auslastung ein und macht Trends je Material sichtbar.
Wie schnell können biobasierte Polymere skalieren? Eine neue Kurzstudie der Biopolymer-Expertengruppe am nova-Institut bündelt aktuelle Marktdaten. Der Report betrachtet 17 kommerziell verfügbare biobasierte Bausteine und Polymere für 2025 und gibt einen Ausblick bis 2030.
Kapazität ist nicht gleich Produktion
Im Report tauchen zwei Kennzahlen auf, die leicht missverstanden werden. Die installierte Kapazität beschreibt, wie viel ein Werk technisch pro Jahr herstellen könnte, wenn Anlagen ohne längere Stillstände laufen. Die Auslastung zeigt, wie viel davon tatsächlich produziert wird. Sie sinkt etwa, wenn Nachfrage schwankt oder Wartungen anstehen.
Für 2025 erwartet das nova-Institut im Schnitt eine Auslastung von 86 Prozent. Biobasierte nicht biologisch abbaubare Polymere liegen im Mittel bei 90 Prozent, biobasierte biologisch abbaubare bei 81 Prozent. Auch bei den Kapazitäten überwiegen aktuell die nicht abbaubaren Materialien mit 58 Prozent gegenüber 42 Prozent bei den abbaubaren.
Wohin die Reise bis 2030 geht
Bis 2030 rechnen die Autorinnen und Autoren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11 Prozent. Neue Kapazitäten in Europa und Nordamerika sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Je nach Polymer fallen die Zuwächse sehr unterschiedlich aus. Für biobasiertes Polypropylen (PP) werden besonders starke Erweiterungen genannt, auch biobasiertes Polyethylen (PE) wächst deutlich. Bei biologisch abbaubaren Polymeren sollen die Kapazitäten für Polyhydroxyalkanoate (PHA) bis 2030 um 49 Prozent steigen, für Polylactid (PLA) um 16 Prozent.
Neben etablierten Werkstoffen rücken neue Optionen stärker in den Blick, darunter caseinbasierte Polymere und Polyethylenfuranoat (PEF). Der Report liefert zudem eine Auswertung zu Massenbilanzprodukten, bei denen biogene Rohstoffe bilanziell fossilen Kohlenstoff ersetzen können. Für Anwender zählt vor allem, ob das Material verlässlich verfügbar ist. Wächst die Kapazität und bleibt die Auslastung hoch, wird biobasierter Kohlenstoff eher vom Nischenstoff zum planbaren Rohstoff.
ag