Pongamia-Öl soll nachhaltige Kraftstoffe liefern

Pongamia-Öl soll nachhaltige Kraftstoffe liefern

Eine Machbarkeitsstudie bringt Pläne für eine Bioraffinerie in Gladstone voran. Dort soll Pongamia-Öl zu Flufkraftstoff und Diesel verarbeitet werden.

Blüte des Pongamia Baums
Pongamia-Bäume liefern ölreiche Samen. Jet Zero prüft die Pflanze in Queensland als Rohstoff für nachhaltige Kraftstoffe.

Australien will nachhaltige Flugkraftstoffe stärker aus eigenen Rohstoffen herstellen. Am Hafen- und Industriestandort Gladstone im Bundesstaat Queensland ist dafür ein weiteres Projekt vorangekommen: Das australische Unternehmen Jet Zero hat die Machbarkeitsstudie für Project Mandala abgeschlossen und eine Absichtserklärung mit der Gladstone Ports Corporation unterzeichnet, um die geplante Anlage in bestehende Hafeninfrastruktur einzubinden.

Bioraffinerie setzt auf Öle und Fette

Project Mandala ist als HEFA-Bioraffinerie geplant. HEFA steht für „Hydroprocessed Esters and Fatty Acids“. Dabei werden Öle und Fette zu Kraftstoffen verarbeitet, die als nachhaltiger Flugkraftstoff und erneuerbarer Diesel genutzt werden können. Die geplante Anlage soll eine Kapazität von rund 400 Millionen Litern pro Jahr erreichen. Zusätzlich ist sie für mehr als 130 Millionen Liter Kraftstofflagerung ausgelegt. Nach Angaben von Jet Zero kann der Betrieb auf unterschiedliche Produktmengen ausgerichtet werden: Entweder steht die Herstellung von bis zu 400 Millionen Litern nachhaltigem Flugkraftstoff im Vordergrund, oder die Anlage produziert einen Mix, der bis zu 320 Millionen Liter erneuerbaren Diesel pro Jahr für Bergbau, Schifffahrt, Schwerlastverkehr und Verteidigung umfasst.

Pongamia soll die Rohstoffbasis erweitern

Ein besonderer Baustein der Rohstoffstrategie ist Pongamia. Der Ölbaum liefert nicht essbare Samenöle[1]  und wird in Queensland als möglicher Rohstoff für HEFA-Kraftstoffe erprobt. Jet Zero bezeichnet Pongamia als australische Ölpflanze mit Potenzial für die Bioenergie. Andere Quellen heben hervor, dass die Pflanze auch in trockenen und salzbelasteten Regionen wachsen kann.

Seit 2025 testet Jet Zero Pongamia auf einer zehn Hektar großen Versuchsfläche in Powlathanga[2]  in Zentral-Queensland. Die Pflanzung folgt einem Silvopastoralansatz. Damit ist eine landwirtschaftliche Nutzung gemeint, bei der Bäume, Futterpflanzen und Weidehaltung auf derselben Fläche kombiniert werden. Jet Zero will prüfen, ob Pongamia regionale Viehbetriebe wirtschaftlich ergänzen und zugleich Öl für künftige HEFA-Projekte liefern kann.

Die Machbarkeitsstudie wurde durch das australische Außen- und Handelsministerium sowie Enterprise Singapore unterstützt und ist Teil des bilateralen Go-Green Co-Innovation Program[3] . Technische Analysen kamen von Topsoe und Long Energy & Resources. Die Rohstoffstrategie stützt sich auf Untersuchungen der australischen Forschungsorganisation CSIRO sowie Marktanalysen von Impact Ag, Standard Commodities Australia und Apeiron Bioenergy.

Noch ist Project Mandala kein Bauprojekt, sondern geht in die Vorplanung. Jet Zero verhandelt parallel über ein Grundstück in der Gladstone State Development Area, einem ausgewiesenen Industrieentwicklungsgebiet, und über behördliche Prüfpfade. Für die Bioökonomie ist das Vorhaben relevant, weil es eine Ölpflanze, landwirtschaftliche Nutzungssysteme und industrielle Kraftstoffproduktion verknüpfen soll. Ob Pongamia im großen Maßstab verlässlich Öl liefert, bleibt jedoch eine zentrale offene Frage.

mw