Mikroben-Teamwork: Gemeinsam für mehr Soja

Mikroben-Teamwork: Gemeinsam für mehr Soja

Jord BioScience setzt auf Mikroben, die bereits im Pflanzenanbau eingesetzte Nutzmikroben unterstützen sollen. Eine unabhängige Bestätigung der Wirksamkeit fehlt.

Wurzeln einer Sojapflanze mit gut sichtbaren Wurzelknöllchen im Boden.
In den Wurzelknöllchen von Sojapflanzen leben stickstoffbindende Bakterien wie Bradyrhizobium. Jord will die Wirkung solcher Nutzmikroben mit zusätzlichen Mikroorganismen unterstützen.

Mikrobielle Biostimulanzien sind Präparate mit nützlichen Mikroorganismen. Sie sollen Pflanzen beispielsweise helfen, Nährstoffe besser zu nutzen oder mit ungünstigen Umweltbedingungen umzugehen. Statt allein solche Mikroben auszuwählen, die Pflanzen direkt fördern, sucht das US-Unternehmen Jord BioScience nach Mikrobenstämmen, die die Leistung bereits eingesetzter Nutzmikroben unterstützen können. Dazu durchsucht Jord eine Sammlung von mehr als 6.500 einzeln isolierten und kultivierten Mikroben, sogenannten Isolaten. Mit seinem ersten kommerziell verfügbaren Biostimulanz bringt das Jord BioScience diesen Ansatz nun auf den Markt. 

Unterstützer für vorhandene Mikroben

Beim Sojaanbau werden in kommerziellen Saatgutbehandlungen unter anderem Bradyrhizobium- und Bacillus-Bakterien eingesetzt. Erstere besiedeln Wurzelknöllchen und können Stickstoff aus der Luft in eine Form umwandeln, die die Pflanze für ihr Wachstum und die Bildung von Proteinen nutzen kann. Letztere übernehmen je nach Stamm weitere pflanzenfördernde oder schützende Funktionen. 

Bei der Kombination von Bradyrhizobium mit weiteren Bakterien wurden in früheren Studien mehr Wurzelknöllchen sowie eine höhere Wurzel- und Sprossbiomasse beobachtet. Eine zusammenfassende Auswertung von 42 Studien, eine sogenannte Meta-Analyse, fand dagegen keinen signifikanten Gesamteffekt auf den Sojabohnenertrag.

Drei Jahre Feldversuche

Für das Biostimulanz 9311, das unter anderem bereits eingesetzte Bradyrhizobium- und Bacillus-Bakterien unterstützen soll, berichtet Jord nun in 79 Prozent der untersuchten Anbauumgebungen höhere Erntemengen als bei gängigen Vergleichsbehandlungen. Im Mittel habe der Zuwachs rund 175 Kilogramm Sojabohnen pro Hektar betragen. 

Nach Angaben des Unternehmens wurde das Produkt 9311 über drei unterschiedliche Anbaujahre getestet: 2023 unter trockenen, 2024 unter feuchten und 2025 unter wechselnden Bedingungen. So konnte Jord die Leistung des Produkts unter verschiedenen Anbaubedingungen vergleichen. 

Die veröffentlichten Angaben stammen bislang vom Unternehmen; eine unabhängige Bestätigung der Ergebnisse steht noch aus.

js