KI soll biobasierte Wertschöpfungsketten planen

KI soll biobasierte Wertschöpfungsketten planen

Das EU-Projekt BioValueAI verbindet künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und reale Industriedaten. Fünf Anwendungsfälle sollen biobasierte Prozesse besser planbar machen.

BioValueAI-KickOff Meeting Konsortium Bild
BioValueAI soll Daten aus biobasierten Wertschöpfungsketten besser nutzbar machen.

Daten sind in vielen biobasierten Wertschöpfungsketten kein gemeinsamer Rohstoff. Reststoffe, Fermentationsprozesse oder Materialrezepturen werden zwar gemessen, die Informationen liegen aber oft verstreut vor. Hier kommt das neue EU-Projekt BioValueAI ins Spiel. Der Verbund will künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und Datenanalysen nutzen, um zirkuläre und klimaneutrale biobasierte Wertschöpfungsketten besser planbar zu machen.

Das Projekt ist im Juni 2026 gestartet und wird von Wageningen Research koordiniert. Nach Angaben der Europäischen Kommission läuft BioValueAI bis Ende Mai 2030 und erhält knapp 5 Mio. Euro aus Horizont Europa. Beteiligt sind 14 Organisationen aus acht europäischen Ländern, darunter Forschungseinrichtungen, Pilotanlagen, Technologieanbieter und Unternehmen.

Fünf Fallstudien mit Industriedaten

Getestet werden soll der Ansatz an fünf sehr unterschiedlichen Wertschöpfungsketten. Dazu gehören Kakao-Fruchtfleisch und -Schalen für hochwertige Nicht-Lebensmittel-Anwendungen, biobasierte Beschichtungen für Farben, Lacke und Bauprodukte sowie Prozesse der Präzisionsfermentation. Weitere Beispiele betreffen Hanf und die Auswahl organischer Rohstoffe für Bioraffinerien.

Aus solchen Fallstudien sollen digitale Zwillinge entstehen, also virtuelle Abbilder realer Prozesse. Sie können helfen, Rohstoffströme, Prozessvarianten oder Nachhaltigkeitseffekte zunächst am Modell zu prüfen, bevor Versuche im Labor, Technikum oder Betrieb folgen. Ergänzt werden sollen die Modelle durch wiederverwendbare KI-Bausteine, Nachhaltigkeitswerkzeuge und Leitfäden für die biobasierte Industrie.

Vertrauen als Entwicklungsaufgabe

BioValueAI versteht KI nicht nur als technisches Werkzeug. Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen sollen von Beginn an mitlaufen. Dazu zählen Transparenz, Fairness, Datenschutz und die nachvollziehbare Vermittlung KI-gestützter biobasierter Innovationen.

Bis 2030 sollen aus den fünf Fallstudien digitale Werkzeuge, Nachhaltigkeitsanalysen und Leitfäden entstehen. Sie sollen Unternehmen und Forschungseinrichtungen dabei unterstützen, zirkuläre biobasierte Wertschöpfungsketten datenbasiert zu entwickeln.

ag