EU-Report stellt Wege für 30-fachen Ausbau von Biokraftstoffen dar
Ein neuer EU-Report zeigt, wie sich Produktionskapazitäten für fortschrittliche Biokraftstoffe aus Rest- und Abfallstoffen bis 2030 stark ausbauen lassen. Nötig sind Investitionen in Anlagen und Rohstoffketten.
Elektromobilität macht im Individualverkehr große Fortschritte. Für Flugzeuge, Schiffe und schwere Lkw ist der direkte Umstieg auf Batterien jedoch nur begrenzt möglich, weil Reichweite, Gewicht und Infrastruktur andere Anforderungen stellen. Für diese Bereiche fehlen klimafreundliche Alternativen zu fossilen Kraftstoffen bislang in ausreichender Menge. Ein neuer Bericht der Europäischen Kommission zeigt, wie sich die industrielle Produktionskapazität für fortschrittliche Biokraftstoffe bis 2030 durch zusätzliche Anlagen und Rohstoffketten mit höherem Jahresausstoß deutlich ausbauen lässt.
Investitionen in Anlagen und Rohstoffketten
Fortschrittliche Biokraftstoffe werden in der EU über ihre Rohstoffbasis definiert. Sie entstehen aus ausgewählten Rest- und Abfallstoffen wie Holz- und Agrarreststoffe, Gülle, Klärschlamm oder Algen. Die Analyse sieht eine heimische Produktion grundsätzlich als machbar, ohne neue Abhängigkeiten bei Technologie oder Rohstoffen aufzubauen. Finanziell geht es vor allem darum, die Kostenlücke zu fossilen Kraftstoffen zu schließen. Bis 2030 wären dafür laut Report jährlich 3,8 bis 7,5 Milliarden Euro Investitionen für neue Produktionsanlagen nötig. Zusätzlich müssen 0,7 bis 1,25 Milliarden Euro pro Jahr für Landwirte und Sammelstellen zur Mobilisierung der Rohstoffe eingesetzt werden.
Förderinstrumente und Verwaltung als Hebel
Damit sich neue Anlagen lohnen, braucht es verlässliche Nachfrage. Der Bericht verweist dafür auf EU-Regeln, die klimafreundlichere Kraftstoffe im Flug und Schiffsverkehr schrittweise vorschreiben. Für den Aufbau der Industrie sieht er mehrere EU-Fördertöpfe und Programme als mögliche Finanzierungsquellen. Zusätzlich empfiehlt er, Verfahren zu vereinfachen, etwa bei Nachweisen, Registern und der Nachhaltigkeitszertifizierung, damit Projekte schneller geplant, genehmigt und umgesetzt werden können.
ag