BioValid-Ausschreibung zum Transfer biotechnologischer Innovationen gestartet
Unternehmen und Forschungseinrichtungen können sich ab sofort mit Projekten zur Validierung innovativer biotechnologischer Verfahren bewerben. Die BMFTR-Förderung unterstützt den Schritt vom Forschungsergebnis zur industriellen Anwendung.
Mit dem neuen Förderaufruf „BioValid“ will das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt biotechnologische Innovationen schneller in die industrielle Anwendung bringen. Gefördert werden Projekte, die bereits entwickelte Verfahren aus dem Labor herausführen und unter realitätsnahen Bedingungen für den Einsatz in der Wirtschaft überprüfen. Damit richtet sich die Förderung gezielt an die entscheidende Entwicklungsphase zwischen Forschungsergebnis und marktfähiger Technologie.
Zwei Fördermodule für Innovation und Infrastruktur
Der Förderaufruf umfasst zwei unterschiedliche Module. Das erste Modul richtet sich an die Testung und Validierung innovativer biotechnologischer Prozesse. Gefördert werden insbesondere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Verbundprojekte mit wissenschaftlichen Partnern. Voraussetzung ist, dass die zugrunde liegende Technologie bereits einen ausreichenden Reifegrad erreicht hat und nun für eine industrielle Nutzung weiterentwickelt werden soll. Unterstützt werden beispielsweise Vorhaben zur Herstellung biobasierter Plattformchemikalien, Feinchemikalien, funktioneller Materialien oder Proteine. Im Mittelpunkt stehen praktische Validierungsschritte wie die Optimierung von Produktionsprozessen, Untersuchungen zur Prozessstabilität, die Skalierung von Verfahren sowie technoökonomische Bewertungen. Innerhalb einer Projektlaufzeit von bis zu zwölf Monaten sollen belastbare Aussagen darüber entstehen, ob ein Verfahren für eine industrielle Umsetzung geeignet ist. Pro Projektpartner können bis zu 90.000 Euro Förderung beantragt werden.
Das zweite Modul adressiert Forschungs- und Technologieinfrastrukturen für die industrielle Biotechnologie. Ziel ist der Aufbau eines deutschen Netzwerks als Grundlage für eine Beteiligung an der europäischen Forschungsinfrastruktur IBISBA-ERIC. Gefördert werden unter anderem die Vernetzung vorhandener Kompetenzen, die Erfassung verfügbarer Technologien und Dienstleistungen sowie die Entwicklung geeigneter Strukturen für eine langfristige Zusammenarbeit.
Bewerbung über zweistufiges Verfahren
Interessierte Einrichtungen und Unternehmen können ihre Projektideen zunächst in Form einer Projektskizze über das Antragssystem „easy-Online“ einreichen. Die Auswahl erfolgt in einem zweistufigen Verfahren: Nach der Bewertung der Skizzen werden geeignete Antragsteller zur Einreichung eines förmlichen Förderantrags aufgefordert. Für das Modul 1 zur Validierung biotechnologischer Prozesse ist die Einreichungsfrist der 7. September 2026. Für das Modul 2 zu Forschungs- und Technologieinfrastrukturen gilt der 10. August 2026 als Frist für die Projektskizzen. Mehr Informationen finden sich auf der Webseite vom Projektträger Jülich.
hb