Bioraffinerie plant Flüssigbiogas für Schwerverkehr

Bioraffinerie plant Flüssigbiogas für Schwerverkehr

Domsjö Fabriker und Adven planen in Schweden eine Anlage, die Prozessbiogas aus einer Bioraffinerie zu flüssigem Biogas für Lkw und Schiffe aufbereiten und die regionale Kraftstoffversorgung stärken soll.

Björn Vedin CEO von Domsjo Fabriker
Björn Vedin, CEO von Domsjö Fabriker, will Prozessbiogas aus der Bioraffinerie von Domsjö Fabriker in Örnsköldsvik, Schweden, zu flüssigem Biogas für schwere Transporte aufbereiten.

Schwerlastverkehr und Schifffahrt lassen sich nicht überall schnell elektrifizieren. Flüssige erneuerbare Kraftstoffe bleiben deshalb für einige Anwendungen ein wichtiger Baustein. In Schweden will die Bioraffinerie Domsjö Fabriker Biogas, das aus Nebenströmen der eigenen Produktion entsteht, künftig zu flüssigem Biogas aufbereiten.

Domsjö Fabriker ist im High Coast Innovation Park angesiedelt und verarbeitet nach eigenen Angaben erneuerbare Rohstoffe aus dem Wald zu Spezialcellulose, Lignin und Bioethanol. Das geplante Vorhaben knüpft an diese Bioraffinerie an: Biogas, das bei der biologischen Reinigung organisch belasteter Prozessabwässer entsteht, soll gereinigt, verflüssigt und als Liquefied Biogas, kurz LBG, auf dem offenen Markt verkauft werden. Später könnten auch weitere Akteure im Industriepark Biogasströme einbringen.

Mehr Wert aus Prozessströmen

Mit dem Projekt wollen Domsjö Fabriker und Adven Nebenströme und Energieflüsse im Industriecluster von Örnsköldsvik besser nutzen. Bei voller Kapazität soll die Anlage nach Unternehmensangaben jährlich rund 100 Gigawattstunden LBG liefern. Das entspräche rechnerisch der Energiemenge von etwa 100 Gigawattstunden fossilem Diesel. Die Projektpartner beziffern die mögliche Treibhausgasminderung auf rund 26.700 Tonnen CO₂ pro Jahr.

Zielmärkte sind vor allem schwere Transporte, etwa Lkw-Verkehr und Schifffahrt. Flüssiges Biogas hat gegenüber gasförmigem Biomethan eine höhere Energiedichte und lässt sich daher besser über größere Strecken einsetzen. Für Schweden betonen die Projektpartner zudem die regionale Versorgung: Lokal erzeugtes LBG könne die Abhängigkeit von importierten Kraftstoffen verringern und als Ergänzung zur Elektrifizierung dienen.

Der Zeitplan sieht eine Inbetriebnahme im vierten Quartal 2028 vor. Voraussetzung sind eine Förderung aus Klimatklivet, dem schwedischen Programm für Klimainvestitionen, sowie die erforderlichen Umwelt- und Baugenehmigungen. Domsjö Fabriker und Adven haben die Entwicklung und Auslegung des Projekts bereits gemeinsam vorangetrieben und wollen die Partnerschaft in den nächsten Phasen fortsetzen.

ag