Biologisch abbaubarer Kunstrasen erreicht Profi Stadion
Kaneka und Mizuno bringen einen Kunstrasen aus biobasiertem, abbaubarem Polymer erstmals in einem Baseballstadion zum Einsatz. Das soll Abrieb und die Freisetzung von Mikroplastik adressieren.
Kunstrasen ist robust und pflegeleicht, steht aber zunehmend wegen Abrieb in der Kritik. Wenn Fasern oder Partikel in die Umwelt gelangen, können daraus Mikroplastikpfade entstehen. Der japanische Chemiekonzern Kaneka und der Sportartikelhersteller Mizuno setzen deshalb auf ein Material, das nicht auf Erdöl angewiesen ist und sich unter geeigneten Bedingungen biologisch abbauen kann.
Kunstrasen mit biogenem Polymer
Laut Kaneka wurde ein Kunstrasen, dessen Halme aus dem Polymer Green Planet gefertigt sind, im Warnbereich des Vantelin Dome Nagoya installiert. Das Stadion ist Heimspielstätte des Baseballteams Chunichi Dragons. Nach Angaben des Unternehmens ist es die erste Nutzung eines solchen Green Planet Kunstrasens in dieser Anwendung. Green Planet wird als vollständig biobasiertes Polymer beschrieben, das durch Mikroorganismen in Boden und Meerwasser in Kohlendioxid und Wasser zerlegt werden kann. Für Sportflächen ist neben der Umweltwirkung auch die Praxis entscheidend. Kaneka und Mizuno berichten, dass die Oberfläche sich wie konventioneller Kunstrasen anfühlt und zugleich die nötige Haltbarkeit erreicht.
Warum das Thema Abrieb wichtig ist
Hintergrund ist die Sorge, dass Kunstrasen über die Nutzungszeit Partikel freisetzt, die über Wind und Wasser in Gewässer gelangen können. Die Partner hatten dafür bereits 2025 eine Version für Indoor Sport entwickelt, die neben den Halmen auch das Füllmaterial umfasst. Bei der jetzt installierten Variante soll ein großer Teil der eingesetzten Kunststoffe aus Biomasse stammen und so die Klimabilanz gegenüber erdölbasierten Lösungen verbessern. Für den Einsatz im Stadion wurden laut Kaneka neben der Materialeigenschaft auch Kriterien wie Sicherheit beim Spiel, Dämpfung und Dauerhaftigkeit bewertet. Für die Bioökonomie ist der Schritt interessant, weil er zeigt, wie biobasierte Polymere aus dem Labor und der Pilotanwendung in sichtbare Alltagsinfrastrukturen gelangen können, ohne die Anforderungen an Performance aus dem Blick zu verlieren.
ag