Bioethanol soll in Frankreich zu Flugkraftstoff werden
Axens plant in Frankreich eine Anlage, die fortschrittliches Bioethanol in nachhaltigen Flugkraftstoff umwandelt. Die Anlage soll ab 2030 mit einer jährlichen Kapazität von 50.000 Tonnen arbeiten.
Nachhaltiger Flugkraftstoff muss nicht zwingend aus gebrauchten Speiseölen oder tierischen Fetten stammen. Der französische Verfahrenstechnikspezialist Axens will mit dem Projekt ERA eine weitere Rohstoffroute im industriellen Maßstab etablieren. Geplant ist eine Anlage, die sogenanntes fortschrittliches Bioethanol zu Sustainable Aviation Fuel, kurz SAF, verarbeitet. Gemeint ist damit Ethanol aus biogenen Rest- und Abfallstoffen statt aus klassischen Nahrungspflanzen. Solches Ethanol wird häufig auch als Bioethanol der zweiten Generation oder 2G-Bioethanol bezeichnet. Die Jahreskapazität soll 50.000 Tonnen erreichen, der Produktionsstart ist für 2030 vorgesehen.
Bioethanol wird zu längeren Kohlenwasserstoffen
Zum Einsatz kommt die von Axens und IFP Energies nouvelles entwickelte Jetanol-Technologie. Sie wandelt Bioethanol in drei Schritten um. Zunächst wird dem Alkohol Wasser entzogen, sodass Ethylen entsteht. Anschließend werden die kleinen Moleküle zu längeren Kohlenwasserstoffketten verknüpft und hydriert. Neben SAF entsteht dabei auch Bio-Naphtha, ein leichter Kohlenwasserstoffmix, der unter anderem als Rohstoff für die chemische Industrie genutzt werden kann.
Das Bioethanol soll aus europäischen Rohstoffen stammen. Axens nennt dafür unter anderem lignocellulosehaltige Biomasse, also pflanzliche Reststoffe wie Stroh oder Holzreste, die reich an Cellulose und Lignin sind. Damit könnte das Verfahren solche Rest- und Abfallstoffe als zusätzliche Rohstoffbasis für Flugkraftstoffe erschließen. Nach Angaben des Unternehmens soll ERA die erste französische SAF-Anlage im industriellen Maßstab sein, die diesen Weg nutzt.
ag