Biobasierte Fasern für Europas Textilkreislauf
Im EU-Projekt ALADIN sollen biobasierte Fasern, Recycling und lokale Microfactories zusammenfinden. Drei Kleidungsstücke dienen als Testfälle für eine kreislauffähige Textilproduktion.
Ein T-Shirt, ein smarter Parka und ein wandelbares Blazer-Kleid sollen zeigen, wie sich Textilien regionaler, bedarfsgerechter und kreislauffähiger herstellen lassen. Im EU-Projekt ALADIN entwickeln zehn Partner aus sechs Ländern dafür ein Netzwerk aus digitalen Diensten, Microfactories und Recyclingtechnologien. Auch biobasierte Fasern sollen zum Einsatz kommen.
Das im Mai 2026 gestartete Vorhaben wird von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) koordiniert und über vier Jahre mit fünf Millionen Euro aus dem EU-Programm Horizont Europa kofinanziert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie verschiedene Bausteine zu einer zirkulären textilen Wertschöpfung verbunden werden können.
Produktion nach Bedarf statt auf Vorrat
Ein Kernelement sind sogenannte Microfactories. In diesen kleinen, lokalen Produktionsumgebungen sollen Kleidungsstücke nach Kundenwunsch gefertigt werden. Das soll kurze Lieferketten ermöglichen und Überproduktion vermeiden. Ergänzend entwickelt das Konsortium eine digitale Plattform für Dienstleistungen kleiner und mittlerer Unternehmen.
Für die drei Demonstratoren wollen die Partner biobasierte Fasern und recycelte Textilien einsetzen. Genannt werden zudem ringgesponnene Garne aus recycelter Baumwolle. Materialien und Verarbeitung sollen so aufeinander abgestimmt werden, dass die Kleidungsstücke am Ende ihrer Nutzung leichter wiederverwertet werden können. Welche biobasierten Fasern konkret verwendet werden, geht aus der bisherigen Projektbeschreibung noch nicht hervor.
Digitaler Produktpass begleitet die Kleidung
Zum Projekt gehören außerdem ein Modul für einen digitalen Produktpass und ein KI-gestützter Assistent für Ökodesign. Sie sollen Informationen entlang der Wertschöpfungskette nutzbar machen und die Gestaltung der Produkte unterstützen. Dafür bringen die Partner Fachwissen aus Design, Druck, Digitalisierung, Recycling und automatisierter Textilproduktion zusammen.
ALADIN will die Ansätze an den drei Kleidungsstücken erproben. Zusätzlich sollen kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups über zwei offene Ausschreibungen eingebunden werden. Langfristig zielt das Projekt auf ein europaweites Netzwerk vernetzter Microfactories. Ob daraus tragfähige Geschäftsmodelle entstehen, soll die praktische Erprobung zeigen.
ag