Anbau nachwachsender Rohstoffe geht leicht zurück

Anbau nachwachsender Rohstoffe geht leicht zurück

Neue FNR-Zahlen zeigen, wie sich der Anbau nachwachsender Rohstoffe 2025 entwickelt hat. Biogasflächen gehen zurück, während Pflanzenöl- und Industriekulturen weitgehend stabil bleiben.

Felder von Raps, Mais und Zuckerrüben
Raps, Mais, Zuckerrüben und weitere Kulturpflanzen liefern in Deutschland Rohstoffe für Bioenergie, technische Öle, Fasern und andere biobasierte Anwendungen.

Landwirtschaftliche Flächen liefern nicht nur Lebensmittel. Auf einem Teil wachsen Pflanzen, die zu Energie, technischen Ölen, Fasern, Stärke oder biobasierten Rohstoffen verarbeitet werden. Wie groß dieser Anteil ist, zeigt die Jahresauswertung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Für 2025 schätzt sie den Anbau nachwachsender Rohstoffe in Deutschland auf 2,27 Mio. Hektar. Das sind 2 Prozent weniger als im Vorjahr und knapp 14 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche.

Die Zahlen werden jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) erhoben. Für die Bioökonomie sind sie relevant, weil sie einen Teil der heimischen Rohstoffbasis abbilden. Die Flächen liefern Rohstoffe für stoffliche Anwendungen, Bioenergie und Koppelprodukte.

Biogasflächen gehen zurück

Der größte Block bleibt der Anbau von Energiepflanzen für Biogasanlagen. Er lag 2025 bei 1,19 Mio. Hektar. Damit ist Biogas die wichtigste Sparte. Zugleich ging die Fläche um 80.000 Hektar zurück. Die FNR führt dies auf die weiter rückläufige Stromerzeugung aus Biogas zurück.

Silomais blieb innerhalb der Biogaskulturen die wichtigste Pflanze. Sein Anteil lag 2025 bei 55 Prozent der Biogasfläche. Danach folgten Getreide, Gräser und Zwischenfrüchte, Zuckerrüben sowie die Durchwachsene Silphie. Die Statistik zeigt damit auch, dass es nicht nur um Flächengrößen geht. Entscheidend ist ebenso, welche Kulturen angebaut werden.

Stoffliche Nutzung bleibt stabil

Ein zweites Schwergewicht ist Raps für die stoffliche und energetische Nutzung von Pflanzenölen. Diese Fläche blieb 2025 mit 686.000 Hektar weitgehend konstant. Pflanzenöle können unter anderem in Kraftstoffen, Schmierstoffen oder technischen Anwendungen genutzt werden. Bei Sonnenblumen, Lein, Körnermais für Bioethanol und Industriestärke sowie bei Arznei- und Färbepflanzen meldet die FNR kaum Veränderungen.

Klein bleibt der Anbau von Faserpflanzen. Er bestand zuletzt vor allem aus Hanf und ging um rund ein Viertel auf 3.250 Hektar zurück. Insgesamt bleibt der Anbau nachwachsender Rohstoffe bedeutend, wächst aber nicht. Die neuen Zahlen zeigen eine leicht schrumpfende Rohstoffbasis, deren Entwicklung stark von Energiepolitik, Nachfrage nach biobasierten Produkten und Nutzungskonflikten abhängt.

ag